Kirchengemeinde Bötzingen _ Profil und Besonderheiten

Willkommen in der Evangelischen Kirchengemeinde Bötzingen & Gottenheim
Wir sind eine lebendige und offene Gemeinde, in der Menschen aller Generationen ihren Platz finden. Bei uns wird Glaube lebensnah, vielfältig und gemeinschaftlich erlebt – in inspirierenden Gottesdiensten, kreativen Formaten und herzlicher Begegnung.
Ob klassisch oder modern, ruhig oder mitreißend: Unsere Gottesdienste sprechen Kopf und Herz an und laden dazu ein, Gott im Alltag neu zu entdecken. Besondere Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien sowie eine lebendige Kirchenmusik und verschiedene Musik-Mitmach-Projekte machen unsere Gemeinde zu einem Ort, an dem Leben und Glauben zusammenkommen.
Getragen von vielen engagierten Ehrenamtlichen gestalten wir Kirche gemeinsam – persönlich, nahbar und offen für neue Wege.
Schauen Sie vorbei – wir freuen uns auf Sie!
Unsere verschiedenen Gottesdienst-Formate, sowie Termine und Themen der nächsten Gottesdienste
finden Sie hier. Die Vorstellung der gemeindlichen Angebote für alle Generationen finden Sie unter Angebote.
Unter den folgenden Links finden Sie alle Termine von Veranstaltungen und Informationen zu Aktuelles.
Geschichtliche Entwicklung des Bauwerks

Die evangelische Kirche in Bötzingen wurde 1583 als kleine Hallenkirche mit Dachreiter gebaut. Es gab immer wieder Umbaumaßnahmen. Daraus stechen zwei hervor, die die heutige Architektur der Kirche bestimmen:
1848 wurde die Größe der Kirche im Rahmen eines seit 1808 (!) geplanten Umbaus fast verdoppelt und der 35 Meter hohe Turm aus Sandstein in den Baukörper integriert.
1994/95 standen im Rahmen einer statischen Sanierung und architektonischen Erneuerung nur noch die Außenmauern. Zur Stabilisierung der auf Eichenbohlen gegründeten Kirche wurde die Mauer mit einem Ringanker aus Stahlbeton stabilisiert.
Im Innern ist die Kirche heute freundlich und hell und bietet durch die Bestuhlung Variationsmöglichkeiten für unterschiedliche Gottesdienste und Konzerte.
1848 wurde die Größe der Kirche im Rahmen eines seit 1808 (!) geplanten Umbaus fast verdoppelt und der 35 Meter hohe Turm aus Sandstein in den Baukörper integriert.

Das obige Foto zeigt den Innenraum der Kirche im Jahr 1969 mit der Kanzel aus dem Jahr 1808, sowie der Orgel, die bis 1993 im Einsatz war.
(Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg " 134 Nr. 085802a, Fotograf Will Pragher).
1994/95 standen im Rahmen einer statischen Sanierung und architektonischen Erneuerung nur noch die Außenmauern. Zur Stabilisierung der auf Eichenbohlen gegründeten Kirche wurde die Mauer mit einem Ringanker aus Stahlbeton stabilisiert.
Im Innern ist die Kirche heute freundlich und hell und bietet durch die Bestuhlung Variationsmöglichkeiten für unterschiedliche Gottesdienste und Konzerte.
2021 wurde (infolge eines irreparablen Schadens am vorhandenen Bodenbelag) ein neuer Fußboden aus Buntsandsteinplatten eingebaut, der mit dem Kirchenraum harmoniert und auch gut zum Mauerwerk des Turms passt.
Das Geläut unserer Kirche
Am 9.Juli 1950 hat der Kirchengemeinderat die Anschaffung eines neuen Geläuts bei der Glockengießerei Grüninger in Villingen beschlossen, nachdem die alten Glocken am 11. und 12. Juni 1942 von der nationalsozialistischen Regierung beschlagnahmt, abgenommen und danach zur Herstellung von Waffen missbraucht wurden.
Aus Anlass des 60. Jahrestages dieses bis heute hörbaren Beschlusses feierte die Kirchengemeinde am 11.Juli 2010 einen Festgottesdienst mit Kirchenchor und Bläserkreis.
Es gab damals drei Vorschläge des Glockenprüfungsamtes im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe. Daraus wählte der Kirchengemeinderat die Variante mit den Tönen f’– as’ – b’ – des’’. Diese Disposition dürfte, so schrieb das Glockenprüfungsamt, klanglich sehr gut werden, da sie „die altkirchliche Intonationen des Gloria- und Tedeum-Motivs miteinander verbindet. Die Disposition ist als sehr abwechslungsreich und klanglich für jedermann befriedigend zu bezeichnen.“ – Das Tedeum wurde deshalb im Festgottesdienst in mehreren Variationen angestimmt, in der gregorianischen Version eg 191, mit der Orgelbearbeitung von Johann Sebastian Bach und am Schluss mit dem Choral „Großer Gott, wir loben dich.“ Alternativ hatte das Glockenprüfungsamt die Varianten f ’ – as’– b’ – c’’ oder ges’ – as’ – b’ – des angeboten.
Am 1. Advent 1950 läuteten die Glocken im Rahmen der feierlichen Glockenweihe zum ersten Mal.
Im Folgenden werden die Glocken nun vorgestellt:
Die tiefe Glocke: f’
ist das klangliche Fundament des Geläutes. Sie wiegt 750 kg und trägt die Inschrift: „Lobe den Herrn – seid dankbar in allen Dingen“. Diese Glocke läutet als Totenglocke morgens um 8.00 Uhr, wenn ein Gemeindeglied verstorben ist. Deshalb klingt diese Glocke in Moll. Vielleicht fragen Sie sich, wie eine Glocke, die nur einen Ton anschlägt, als Akkord klingen kann. Das liegt daran, dass immer auch Obertöne mitklingen, die mit dem Basiston gemeinsam einen Dur- oder Mollakkord bilden.
Eine derart schwere Glocke sollte nach dem Willen des KGR auf jeden Fall wieder in das Geläut aufgenommen werden, damit wenigstens Teile des Oberdorfes die Glocken hören.
Die zweite Glocke: as’
wiegt 400 kg und trägt die Inschrift: „Glaube an den Herrn Jesus Christus.“
Sie läutet für sich täglich um 6.30 Uhr, dazu im Sommer um 20.00 Uhr und im Winter um 18.00 Uhr. Außerdem läutet sie im Gottesdienst beim Vaterunser – es ist die Vaterunser-Glocke und am Samstagabend nach dem vollen Geläut. Morgens früh und am Abend erinnert sie uns daran, in Lob, Dank, Klage oder Bitte uns Gott zuzuwenden, zum Beispiel mit einem Vaterunser. Dafür ist immer Zeit, auch auf dem Feld, auch bei der Arbeit. Die Glocke unterbricht uns mit ihrem frohen Dur-Klang in unseren täglichen Geschäften und weist uns hin auf den, der für uns Mensch geworden ist, für uns gekreuzigt wurde und auferstanden ist. „Glaube an den Herrn Jesus Christus.“
Die dritte Glocke: b’
wiegt 300 kg und trägt die Inschrift: „Bleibet in meiner Liebe! Dem Gedächtnis unserer Gefallenen und Vermissten.“ Auch sie läutet täglich, und zwar um 11.00 Uhr und nur im Sommer zusätzlich um 16.00 Uhr. Wenn Sie daran denken, dass im Jahr 1950 fast jede Familie erst wenige Jahre vorher einen Menschen im Krieg verloren hatte und die Schicksale vieler Vermisster und Gefangener noch ungeklärt war, wird die Inschrift leicht verständlich. Und es ist auch klar, warum die Glocke mit ihren Obertönen in Moll erklingt.
Die Erinnerung an den gewaltsamen Tod vieler Männer aus dem Ort und das Gedächtnis der Verbrechen vor und während dem Krieg ist bis heute unverzichtbar. Und das Gedächtnis der Märtyrer, die in der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus um ihres Glaubens willen ermordet wurden, ist ebenso mit gemeint, wie sie im Text des Tedeum genannt werden.
Der andere Teil der Inschrift weist uns darauf hin, was wir als Christen der Gewalt und Menschenverachtung entgegensetzen sollen: Bleibet in meiner Liebe! Mitten im Alltag, um 11.00 Uhr und um 16.00 Uhr, werden wir daran erinnert, dass wir der Liebe Gottes alles verdanken und deshalb in ihr bleiben sollen, auch und gerade in den alltäglichen Dingen. Die Liebe gilt dabei in der Beziehung zu Gott, den Nächsten und zu sich selber. Und zum liebevollen Umgang mit sich gehört eine Pause. So ist das 11.00 Uhr – Läuten bis heute oft das Signal zum Vespern…
Am jedem Sonntag erinnert diese dritte Glocke die Gemeindeglieder um 9.00 Uhr daran, dass in einer Dreiviertelstunde der Gottesdienst beginnt.
Die vierte Glocke: des’’
ist mit einem Gewicht von 200 kg die Leichteste mit der Inschrift: „Durch Stillesein und Hoffen werdet ihr stark sein“. Für sich alleine erklingt sie bei Taufen und Konfirmationen. Sie ist also unsere Taufglocke und zeichnet sich durch einen wunderbar hellen Dur-Klang aus.
Das volle Geläut alles vier Glocken
erklingt am Samstagabend um 20.00 Uhr, in der Winterzeit um 18.00 Uhr je für 7 Minuten und läutet damit den Sonntag ein. Am Sonntag selbst und allen Feiertagen läutet es 15 Minuten lang den Gottesdienst ein und am 1.1. für gut 10 Minuten das neue Jahr. Außerdem läuten alle Glocken für 5 oder 10 Minuten bei den anderen gottesdienstlichen Anlässen, zum Beispiel bei Schulgottesdiensten, und auch, wenn wir einen Menschen aus unserer Gemeinde zu Grabe tragen müssen.
Mitunter wird darüber diskutiert, ob das Geläut vor dem Gottesdienst klingt oder schon zum Gottesdienst gehört. Bilden Sie sich ihr eigenes Urteil. Persönlich denke ich, dass der Weg zum Gottesdienst bereits Teil des Gottesdienstes ist, weil die Gedanken und Sinne sich darauf einstellen.
Mit diesem Geläut ist der christliche Glaube in unserem Ort präsent, zusammen mit den Glocken der katholischen Kirche. Beide Geläute passen gut zusammen. Die Glocken sind der klangliche Ausdruck dafür, dass die Gemeinde sich nicht selber genügt, sondern darum weiß, dass Glaube, Hoffnung und Liebe von Jesus Christus her allen Menschen gegeben ist, damit alle aus Einsamkeit und Ängsten gerettet werden.
Dabei nimmt unser Geläut die Klänge des Tedeum auf. Es beginnt mit den Zeilen:
Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir.
Dich, Vater in Ewigkeit, ehrt die Welt weit und breit.
Im Jahr 2008 ist die Kanzel in der Evangelischen Kirche zu Bötzingen am Kaiserstuhl 200 Jahre alt geworden. Zugleich bestand die Kirche selbst in diesem Jahr seit 425 Jahren.

Zur Ehre Gottes haben im Jahr 1808 der damalige Vogt Christian Brodbeck und seine Ehefrau Susanna Sexauerin die klassizistische Kanzel aus Kirschholz für die damals etwa halb so große Bötzinger evangelische Kirche gestiftet. In den vergangenen 200 Jahren mögen etwa 16.000 Gottesdienste mit einer Predigt von dieser Kanzel aus gehalten worden sein, meist an Sonn- und Feiertagen, häufig auch an Trauungen und Beerdigungen. Aus diesem Anlass fand am 4. Mai 2008, es war der Sonntag Exaudi, ein Festgottesdienst statt. Die Predigt hielt unser damaliger Landesbischof Dr. Ulrich Fischer.
Auch wenn die Bötzinger Kanzel allein aus ästhetischen Gründen sehenswert ist - wichtiger ist ihre Funktion: Der Prediger und seit einigen Jahrzehnten auch die Predigerin sollen von einem erhöhten Ort aus in der ganzen Kirche gut verstanden und gesehen werden.
Eine Mühleisen-Orgel _ Baujahr 1991
Im Jahr 2022 Jahr wird unsere Mühleisen-Orgel 25 Jahre alt. Zu diesem Anlass wurde sie gereinigt und Verschleißteile wurden ersetzt. Seit dem Herbst 2021 ist der neue Bodenbelag aus Buntsandstein fertig, und wir stellen fest, dass auf diesem ruhigen Untergrund die Eleganz und Schönheit der Orgel noch besser zur Geltung kommt.
Das Reinigen der Orgel bedeutet vor allem ein Reinigen der vielen Orgelpfeifen. Dazu wurde die Orgel sozusagen entkernt: alle Pfeifen wurden ausgebaut und im Kirchenraum platziert. Danach wurde Pfeife für Pfeife von fachkundigen Händen (Fa. Mühleisen) innen und außen gereinigt. Die Metallpfeifen sind sehr dünnwandig und entsprechend empfindlich, was eine sehr sorgsame Handhabung erfordert.
Für die Besucher der Gottesdienste bot sich in den Wochen der Reinigung im Winter 2022 die seltene Gelegenheit, die Innereien unserer Orgel von nahe zu sehen, mit der Vielzahl an großen, kleinen und ganz kleinen Pfeifen, die meisten aus Zinn, manche auch aus Holz. Wenn nichts dazwischenkommt, wird es diese Orgelschau erst wieder in 30 Jahren geben.
Weiterhin wurde eine elektronische Setzeranlage eingebaut, mit der die klangliche Vielfalt des Instruments mit seinen 30 Registern viel besser und virtuoser genutzt werden kann. Bisher muss bei unserer Orgel die Organistin oder der Organist die Klangfarbe durch händisches Ziehen der Register mit den Hebeln rechts und links von den Manualen einstellen. Viele Stücke sind so komponiert, dass die klingenden Register während des Stücks mehrfach verändert werden, um den gewünschten musikalischen Eindruck zu erzielen. Bei komplexen Werken steht daher neben dem Organisten auch ein Registrant, der anhand von Eintragungen in den Noten das Ziehen oder Setzen der passenden Register übernimmt.
Bei einer elektronischen Setzeranlage wird für jedes Register ein Zugmagnet angebracht und mit der entsprechenden Steuerstange verbunden. Die Magnete selbst sind mit einer programmierbaren Steuerung verbunden, mit der man die Magnete und damit die Registerzüge von der „Ein“ in die „Aus“-Position bewegen kann und umgekehrt. Die Magnete und die elektronischen Komponenten wurden von Firma Eisenschmid (Andechs) geliefert, während Fa. Mühleisen die erforderlichen Umbauten an der Orgel und den Einbau der Magnete und der Steuerungstechnik vornahm.
Man kann nun die erwünschte Auswahl der Register wie gewohnt von Hand vornehmen, und dann die „Setztaste“ drücken, um genau diese Registrierung abzuspeichern. Das kann man für ein Musikstück so oft wiederholen, wie erforderlich. Beim Spielen des Stückes werden die aufeinanderfolgenden Registrierungen über eine Taste abgerufen.
Die Anlage für unsere Orgel wird bis zu 10.000 Registerkombinationen speichern können. Die Taster sind dezent unterhalb der Manuale untergebracht und verändern daher den optischen Gesamteindruck der Orgel nicht. Weitere Schalter (sog. „Pistons“) zur Betätigung mit dem Fuß sind unten vor den Pedalen montiert.
Die Zuhörer bzw. die Zuschauer werden feststellen, dass sich künftig die Registrierzüge „wie von Zauberhand“ bewegen, wann immer die Organistin oder der Organist eine der Tasten betätigt. Es ist jedoch nach wie vor möglich, die Register der Orgel von Hand zu setzen, so wie bisher. Das ist vor allem für Spieler vorteilhaft, die unsere Orgel nur gelegentlich benutzen, oder für den Fall – wie etwa beim Improvisieren – die Registrierungen nicht alle vorher bekannt sind.
(Text und Bilder: Wolfgang Schmidt)
Geschichte der Mühleisen-Orgel
Die Orgel der Fa. Mühleisen mit 30 Registern wurde im Jahr 1997 installiert

Sie war im Jahr 1991 in der Amtszeit von Pfr. G.-D. Löhr bestellt worden. Zur Finanzierung der neuen großen Orgel hatte die Kirchengemeinde zuvor über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren Spenden eingesammelt. Das nebenstehende Foto zeigt unsere Orgel im Jahr 2015.
Die Bildfenster
Die folgende Beschreibung wurde (in gekürzter Form) einem Artikel von Hermann Brommer entnommen, der in der Festschrift „400 Jahre evangelische Kirche in Bötzingen“ aus dem Jahr 1983 abgedruckt ist.

Das Kreuzfenster (Foto rechts oben) bietet in hübschem Gitterwerk mit fein stilisierten Blüten- und Blattmustern und guter Farbharmonie ein Rundmedaillon mit gleicharmigem Dreipaßkreuz dar, das auf dem Querbalken die Inschrift zeigt: DIE LIEBE HÖRET NIMMER AUF. Die Dornenkrone weist auf Passion und Erlösungstat Christi hin. Im mittleren Sockelfeld des Fensters erregt die Stifterscheibe (kleines Foto rechts) besondere Aufmerksamkeit. Mit dem Wappen der Familie von Stockfleth ist dort die Widmung verbunden: »Zum frommen Andenken an Adolf Friedrich von Stockfleth und dessen Ehefrau Maria Magdalena von Stockfleth geb. Enderlin. Gestiftet 1897.« Zwei Bracken halten einen roten Ovalschild mit silbernem Ritterkopf und goldenem, sechszipfligem Stern. Aus dem mit roten Helmdecken eingefaßten Bügelhelm wächst über Adelskrone und Adlerflug eine Bracke empor.
Dieses in Deutschland kaum bekannte Wappen identifiziert eine Stifterfamilie, die ein ungewöhnliches Leben hinter sich hatte. Am 12. Juli 1849 heiratete Adolf Friedrich von Stockfleth in Louisville im Staat Kentucky (USA) Maria Magdalena Enderlin »verwitwet gewesene Grimm«. Der am 21. Dezember 1810 in Kopenhagen geborene Bräutigam war als »Konsul des Königreichs Dänemark im Staate Mexiko« tätig gewesen, bevor er in die USA einwanderte, dort heiratete und am 7. November 1850 in Boston (Massachussetts) den Antrag auf Verleihung des nordamerikanischen Bürgerrechts stellte. Der County-Gerichtshof von San Francisco verlieh ihm am 24. Mai 1855 das Staatsbürgerrecht der USA, das er bis zu seinem Tod beibehielt. Seine Frau Maria Magdalena Enderlin stammte aus Bötzingen, wo sie am 29. Mai 1820 als 3. Kind der Bauersleute Joseph Enderlin (1790-1835) und Maria Magdalena Höflin (*1791, »ausgewandert«) in Oberschaffhausen zur Welt kam.
Das Christusfenster (Foto rechts unten) gestiftet von Maria Barbara Vogtsberger geb. Mößner 1898«, läßt die Gestalt des menschgewordenen Gottessohnes aufleuchten. Von kräftigen Rottönen und der Mandorla umfaßt, präsentiert sich der »segnende Christus« dem Blick der Betrachter. Die vier Evangelistensymbole des Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler) flankieren die Christusdarstellung, die sich in Haltung, Gewandbehandlung und Segensgeste der ausgebreiteten Arme deutlich als Nachbildung der von Bertel Thorvaldsen 1827 geschaffenen Christus-Statue erweist.
Die seitwärts ausgebreiteten Hände möchten diejenigen, die in der Kirche sitzen oder stehen, segnen und einladen: »Kommt alle zu mir!«. Der Schöpfer dieses wohl populärsten Christusbildes des 19. Jahrhunderts, der dänische Bildhauer Bertel Thorvald-sen (1768/70-1844 Kopenhagen), war einer der Hauptmeister des Klassizismus. Durch einen Rom-Aufenthalt hatte er Freunde im deutschrömischen Künstlerkreis gefunden und einen eigenen empfindsamen Klassizismus entwickelt. Er orientierte sich am Schönheitsideal des griechischen und römischen Altertums, wie es von J. J. Winckelmann, dem Propagandisten einer neu und ideal gesehenen Antike, verkündet worden war.
Den von Thorvaldsen übernommenen »segnenden Christus« im Bötzinger Kirchenfenster charakterisierte der nicht bekannte Glasmaler aber auch als Lehrer der Christenheit zwischen den Kündern seiner Frohen Botschaft.
Schriftbänder weisen die aus der Geheimen Offenbarung des Johannes übernommenen vier Wesen (Apokalypse 4, 6-8) unzweideutig als Sinnbilder der vier Evangelisten aus. Schon in der Kunst des 1. christlichen Jahrtausends galten die vier Wesen Engel, Löwe, Stier und Adler als Hauptträger der himmlischen Liturgie und Sänger des Sanctus. In Gestalt und Funktion vereinigen sich in ihnen Züge der Gesichte des Isaias (Flügel) und des Ezechiel (Tiergestalt und Augen). Sie behielten ihren ursprünglichen Engel- und Lobgesangcharakter auch als Symbole der vier Evangelisten bei. Eine Gleichsetzung, die auf die Kirchenväter zurückgeht und zu uneingeschränkter Geltung gelangte.
Einweihung der Photovoltaikanlage und Wärmepumpe

Ende 2023 wurde der evangelischen Kirchengemeinde Bötzingen und Gottenheim eine größere Spende für das Gemeindehaus in Aussicht gestellt. Wir danken der Spenderin Magdalena Zimmerlin an dieser Stelle sehr herzlich. Es ist ihr seit langem ein großes Anliegen, durch ihr Engagement persönliches und finanzielles zu einer nachhaltigen und umweltbewussten Zukunft unserer Kirchengemeinde beizutragen. Frau Zimmerlin war 24 Jahre Mitglied des Kirchengemeinderates und war im Seniorenkreis und im Besuchsdienstkreis aktiv.Mit Blick auf die von der Spenderin gewünschten umweltbewussten Nachhaltigkeit war es für den Kirchengemeinderat naheliegend, die Heizung des das Gemeindehaus schon jetzt klimaneutral zu machen, durch den Ersatz der Gasheizung durch eine elektrische Wärmpumpe und durch die Installation einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung aus Sonnenenergie.

Der Bauausschuss der Kirchengemeinde wurde beauftragt, eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung, sowie eine Wärmepumpe zum Heizen des Gemeindehauses zu planen und zu realisieren. Da die Kirchengemeinde über die erforderliche Fachkompetenz im Bauausschuss verfügt, konnten Planung, Ausschreibung, Vorbereitungsarbeiten auf dem Dach, die Erdarbeiten, sowie die fachliche Bauleitung in Eigenleistung vollzogen werden.
Das Vorhaben wurde in zwei unabhängigen Bauabschnitten realisiert. Zunächst, im Frühsommer 2024, war die Photovoltaik-Anlage dran. Ende 2024 folge dann der Einbau der Wärmepumpe, die im Januar 2025 in Betrieb ging. Mitte März wurde der erfolgreiche Abschluss dieses Vorhabens mit einer kleinen Einweihungsfeier und der Würdigung der Spenderin gefeiert.
Informationen zur Photovoltaik-Anlage und Wärmepumpe
PV-Anlage:
Auf dem optimal ausgerichteten Dach des Gemeindehauses wurden 64 hochwertige Bifazial-Glas-Glas-Module (30 Jahre Garantie) installiert. Ergänzt wird die Anlage durch Wechselrichter und Stromspeicher mit ca. 16 kWh Kapazität.
Den Auftrag (47.100 €) erhielt die Fa. Elektro-Schönberger aus Bötzingen.
Die Anlage deckt einen großen Teil des jährlichen Strombedarfs von ca. 8.500 kWh und senkt die Betriebskosten deutlich.
Den Auftrag (47.100 €) erhielt die Fa. Elektro-Schönberger aus Bötzingen.
Die Anlage deckt einen großen Teil des jährlichen Strombedarfs von ca. 8.500 kWh und senkt die Betriebskosten deutlich.
Wärmepumpe:
Die bisherige Gasheizung (ca. 25.000 kWh/Jahr) wurde Ende 2024 durch eine effiziente Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt.
Sie erzeugt aus 1 kWh Strom etwa 6 kWh Wärme.
Der Auftrag (45.400 €) ging an die Fa. Stefan Meier aus Eichstetten; durch staatliche Förderung reduzierte sich der Eigenanteil um ca. 15.000 €.
Die Inbetriebnahme erfolgte im Januar 2025.
Sie erzeugt aus 1 kWh Strom etwa 6 kWh Wärme.
Der Auftrag (45.400 €) ging an die Fa. Stefan Meier aus Eichstetten; durch staatliche Förderung reduzierte sich der Eigenanteil um ca. 15.000 €.
Die Inbetriebnahme erfolgte im Januar 2025.
CO2-neutrales Gemeindehaus
Durch die Umstellung entfällt der Gasverbrauch vollständig. Der Strombedarf steigt auf ca. 14.500 kWh jährlich (inkl. Wärmepumpe), wird aber zu etwa 75 % durch die PV-Anlage gedeckt.
Möglich wird dies durch Stromspeicher und die intelligente Steuerung von PV-Anlage und Wärmepumpe, die besonders tagsüber erzeugte Energie optimal nutzt.
Möglich wird dies durch Stromspeicher und die intelligente Steuerung von PV-Anlage und Wärmepumpe, die besonders tagsüber erzeugte Energie optimal nutzt.
Die seit Juli 2024 laufende Anlage erzeugt hochgerechnet rund 23.000 kWh Strom pro Jahr und spart etwa 9 Tonnen CO₂ – vergleichbar mit ca. 700 Bäumen jährlich.
Damit leistet die Kirchengemeinde einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und erfüllt frühzeitig die Vorgaben der Landeskirche als eine der ersten Gemeinden.
Rudolf Stein (Vors. Bauausschuss); Karlheinz Brenn (Vors. KGR)













